Achternflur

Großes Refit – 14.11.2015 –

Entgegen allen Erwartungen wurde das Wetter in den vergangenen Tagen

nicht besser. Dieses hatte zur Folge, dass es an der Baustelle nicht wirklich bzw. nur so weit wie möglich weiter ging.

14.11.2015

Unser Lackierer ist nun zuverlässig dabei und tut alles was bei dem Wetter in seinen Möglichkeiten liegt.

Somit wurden lediglich ein Teil der Schrauben am Rumpf für die Anbringung der Opferanoden angeschweißt und von Innen entsprechend der vom Schweißen aufgebrochene Lack ausgebessert.

Gewinde für Opferanoden
Gewinde für Opferanoden angebracht

Hier kam hinzu, dass es im Achterbereich einen schwer zugänglichen Bereich gibt in dem sich ca. 10 Liter Bilgenwasser angesammelt hatten. Die mussten natürlich erstmal raus und es war eine durchaus kniffelige Angelegenheit.

Was hierbei aufgefallen ist war, dass unter dem Flur im Achterbereich zwischen Bad und Eignerkoje unter Boden eine großflächige sanierungsbedürftige Stelle aufgefallen ist. Wir wussten beim Kauf, dass mal der Fäkalientank defekt und vor unserem Kauf ausgetauscht wurde. Beim Kauf selber gab es keine unangenehmen Gerüche im Boot. Im Sommer jedoch trat öfter im Achterbereich ein chemischer Geruch auf. Hatte was von Zitrus-Urin-Steine. Die Vermutung lag nahe, dass noch Reste irgendwo in der Bilge sein müssen und wir wollten diese beim Refit ausfindig machen und beseitigen. Nun war es also so weit. Durch einen kleinen Einblick aus der Eignerkoje konnten wir das Übel sehen.

Bodenluke zur Bilge achtern.
Bodenluke zur Bilge achtern.

Nun hieß es den Boden entfernen. Leichter gesagt als getan. Ziehen sich die Bodenplatten doch Querschiffs komplett von Steuerbord nach Backbord. Somit mussten wir hier nun den Boden sauber Austrennen um an die Stelle zu kommen, ohne die Wände abreißen zu müssen. Mit Abriss der Wände bzw. der gesamten Achterkoje wäre der Schaden und Aufwand gigantisch. Aber es ging auch so ganz gut.

Einblick von Achtern in die Bilge
Der Einblick von Achtern in die Bilge

Nachdem wir den Boden entfernt hatten tat sich eine Rostlandschaft auf. Das hier der Chemiegestank herkam war nun klar… sehr intensiv stank es. Der Lack konnte der Chemie aus dem Fäkalientank scheinbar wenig beisetzen und löste sich auf. Durch die scharfe Chemie geriet auch der Stahl augenscheinlich nicht wenig im Mitleidenschaft.

Somit war der heutige Tag damit verplant, die unschöne Stelle zu bereinigen.

Der Zustand der Achterbilge. Rost, Gestank... viel Arbeit.
Der Zustand der Achterbilge. Rost, Gestank… viel Arbeit.

Hier musste nun erst mal der Rost entfernt und nachfolgend alles sauber gemacht werden. Erst abkratzen und nachfolgend mit Drahtbürste den Rost entfernen.

Auskehren der Achterbilge
Auskehren der Achterbilge

Allein die Reinigung mit der Drahtbürste benötigte fast 2,5 Stunden. Der Gestank und Staub waren fast unerträglich. Und das Trotz Staubschutzmaske.

Eine Fläche von fast 0,5m² galt es von der braunen Pest zu befreien.
Eine Fläche von fast 0,5m² galt es von der braunen Pest zu befreien.

Nach der Reinigung des Stahls mitsollte nun Owatrol aufgetragen werden. Das Ganze in mind. 3 Schichten und recht großzügig. Da dieses jedoch die Einzigste Stelle im Boot war, konnten wir hier den ganzen Topf Owatrol einsetzen. Somit 3 Schichten und nachfolgend entsprechend Lackieren und versiegeln ist angesagt.

Großzügig die erste Schicht Owatrol aufgebracht.
Großzügig die erste Schicht Owatrol aufgebracht.

Abschliessend hatten wir noch per Ultraschallmeßgerät die Stahlstärke gemessen. Unglaublich… entgegen dem ganzen Rost und Abtrag sind immer noch 3,8mm bis 4,2mm Stahlstärke vorhanden. Hier machte sich dann Erleichterung breit.

Nun werden unter der Woche noch zwei weitere Schichten Owatrol aufgebracht und abschliessend zwei Schichten Bilgenlack und entsprechend neue Bodenplatten auf Maß bestellt. Aber diesmal dann so, dass man auch nochmal im Ernstfall an diese Stelle kommt. Nach all dem dürfte diese Baustelle Geschichte sein.

Leider und entgegen allen Aussagen kam der Fliesenleger heute nicht. Was auf der einen Seite gut und auf der anderen Seite sehr schade war. Wir konnten nun wohl die Bilgenstelle sanieren, jedoch zeigte sich der Fliesenleger von der unfeinen Seite.

Erst auf Nachfrage teilte er mit, dass er es nicht geschafft hat und kommendes Wochenende das Bad fertigstellen will um im Zeitplan zu bleiben. Na warten wir es ab.